01.03.2011
Nun ist Karl-Theodor zu Guttenberg von allen seinen politischen Ämtern zurückgetreten. Sein eigener Charakter wurde ihm zum Verhängnis. Die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit ist dabei nur eine Facette – gewissermaßen eine Fußnote. Zu Guttenberg schönte seinen beruflichen Lebenslauf, indem sehr kurze Auftritte bei unterschiedlichen Firmen zu Berufsstationen aufgemotzt wurden. Sich wichtig zu machen, ist ein Grundzug des Freiherrn, der im Zuge der Plagiatsaffäre immer darauf hinwies, daß er als „junger Familienvater“ in „mühseliger Kleinarbeit“ an seiner Doktorarbeit gesessen habe. Weiß zu Guttenberg, wie viele „junge Familienväter“ ohne Kindermädchen, ohne Gärtner, ohne Hausmeister – kurz ohne Gesinde – für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen müssen, ohne hunderte Millionen Euro im Rücken zu haben?
Zu Guttenberg wird letztlich von seiner Familie geraten worden sein, dem Schauspiel ein Ende zu setzen und sich ins Privatleben zurückzuziehen. Nur raus aus der Schußlinie, raus aus dem Feuer, retten – was noch zu retten ist, lautete sicher die Devise auf dem Schloß bei Kulmbach.
Mit dem Namen zu Guttenberg wird aber untrennbar die Abschaffung der Wehrpflicht in Deutschland verbunden bleiben. Was die preußischen Reformer, deren Namen die Jahrhunderte überdauern werden, vor zweihundert Jahren in einer schweren Stunde des Vaterlandes schufen, um die Heimat vom Joch der Fremdherrschaft zu befreien, zerstörte ein eitler Geck, an den sich schon in wenigen Jahren niemand mehr erinnern wird. Vielleicht ahnte aber zu Guttenberg auch, daß „seine“ Bundeswehrreform ebenso scheitern wird, wie alle anderen Reformen zuvor, welche die Bundeswehr Stück für Stück kaputt reformiert haben - es melden sich kaum Freiwillige; während Millionen Fremde in diesem Land eine Vollalimentierung durch den Steuerzahlen genießen können, wird bei der Truppe gespart; die Auslandseinsätze der Bundeswehr müssen gegen den bekannten Mehrheitswillen der deutschen Bevölkerung durchgeführt werden; deutsche Soldaten sterben für die Interessen fremder Interessen. Das letztgenannte empfand zu Guttenberg mit Sicherheit so nicht, denn er ist ein überzeugter Vasall der USA, als Verteidigungsminister das sympathische Gesicht der Kollaboration.
Karl-Theodor zu Guttenberg stammt aus altem fränkischem Adel. Tradition verpflichtet – sicher. Doch sollte er hinkünftig die alte preußische Maxime „Mehr Sein als Scheinen“ verinnerlichen.