11.03.2011
Die Krankenkassen drohen in den nächsten Jahren immer mehr zu einem Faß ohne Boden zu werden. So sollen laut einer Studie der Universität Köln die Zusatzbeiträge 2012 auf über 21 Euro steigen. Für die fernere Zukunft, das Jahr 2020 werden Zusatzbeiträge von 70 bis 120 Euro prognostiziert. Wer das noch bezahlen können soll, darüber schweigen sowohl Experten als auch Politiker sich behutsam aus.
Die vom gelb-gelben Gesundheitsminister Philipp Rösler eingeführten Zusatzbeiträge sind eine Ohrfeige gegen alle hart arbeitenden Menschen hierzulande, die jahrzehntelang redlich ihren Abgabenpflichten nachkamen und sowohl Fiskus als auch die immer dreister zugreifenden Krankenkassen kräftig bedienten. Noch am 15.09.10 sagte Rösler, daß 2011 fast alle Deutschen keine Zusatzbeiträge zahlen müssten. Warum jetzt doch über 8 Millionen Deutsche zusätzlich zur Kasse gebeten werden, darüber schweigen die Geister.
Jahrelang wurde nun über eine Gesundheitsreform gestritten, die sowohl sozial gerecht als auch effektiv ist. Heraus kam ein fauler Kompromiss, der sowohl die kleinen Leute zusätzlich schröpft als auch das klaffende Loch in den Krankenkassen nicht kleiner werden läßt. So gehen die Experten davon aus, daß schon im kommenden Jahr die Ausgaben die Einnahmen deutlich übersteigen werden, was wieder steigende Zusatzbeiträge zur Folge haben wird. Jürgen Wasem, Professor für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen, hat errechnet, daß die Deckungslücke im kommenden Jahr 2,3 Milliarden Euro betragen dürfte.
Was zeigen uns diese düsteren Zahlen und Prognosen? Daß kleine Reförmchen und faule Kompromisse nichts bringen, weil so die Ursachen der Probleme nicht erkannt und entschlossen angepackt werden.
Noch heute existieren um die 200 Krankenkassen in Deutschland, somit auch 200 Vorstände, 200 Werbekampagnen und 200 Glaspaläste. Das sind Unkosten, die sich das Volk sparen könnte, gäbe es nur eine Gesundheitskasse für alle Deutschen. Die Sozialpolitik ist nicht getrennt von der Bevölkerungspolitik zu betrachten. Eine Familienpolitik wie in Frankreich, die es vermag, junge Menschen wieder zur Familiengründung zu ermutigen, garantiert aufgrund der steigenden Kinderzahl stabile Steuereinnahmen und konsolidierte Sozialkassen. Doch etablierte Politiker des Berliner Parteienkartells versuchen lieber Symptompfuscherei zu betreiben, als mutig und radikal umzusteuern.
Was spräche dagegen, die Kassenbeiträge stärker an die Anzahl der Kinder zu binden, um das Sozialsystem auf eine wirklich gerechte und vor allem zukunftsträchtige Grundlage zu stellen? Was spräche dagegen, alle Deutschen in einer Volksgesundheitskasse zusammenzufassen, um unnötige Kosten zu vermeiden und wirkliche Solidarität zu leben? Was spräche dagegen, raumfremde Ausländer aus dem Sozialsystem auszugliedern und arbeitslose Ausländer wieder in ihr Heimatland zurückzuführen, um die Kassen endlich einmal wirksam zu entlasten?
Das liberale Dogma des Wettbewerbzwangs und die linke Utopie von der multikulturellen Gesellschaft, die mittlerweile in jeder etablierten Partei Fuß gefaßt haben, sprechen dagegen. Doch wenn diese beiden Ideen hierzulande auch künftig den Ton angeben, dann werden viele Deutsche unter dem Druck der hohen Abgabenlasten zusammenbrechen. Viele Deutsche können sich die heutigen Zusatzbeiträge kaum leisten, wie sollen sie dann erst Zusatzbeiträge in Höhe von 120 Euro im Monat schultern?
Das große Schröpfen des kleinen Mannes wird so weiter gehen, fraglich nur, ob er irgendwann wirksam gegen diese politisch angeordnete Ausbeutung rebelliert.
Ronny Zasowk